Die letzten zwei Jahre waren für alle Menschen schwierig, und auch für das Internationale Diakonatszentrum (IDZ). Die Corona-Pandemie ist ein Grund, dass unsere Arbeit verlangsamt wurde. Darüber hinaus traf uns der vorzeitige Tod unseres guten Freundes Dr. Stefan Sander im November 2020 sehr hart.
Er war Geschäftsführers des IDZ und Herausgeber der Zeitschrift DIACONIA CHRISTI; somit verursachte sein Tod weitere Verzögerungen in unserer Arbeit. Ein Effekt davon ist das späte Erscheinen dieser Ausgabe. Während dieser Zeit des Übergangs haben wir etwas verändert: Statt einer Person wird ab jetzt ein Redaktionskomitee die Aufgabe des Herausgebers übernehmen; es wird aus sieben Personen bestehen und von unserem neuen Geschäftsführer, Diakon Jörg Stein, koordiniert werden.
Die Arbeit an der vorliegenden Ausgabe der DIACONIA CHRISTI begann vor mehr als zwei Jahren. Im Jahr 2016 gründete Papst Franziskus eine Kommission zur Frage, ob Frauen zum Diakonat in der Kirche lateinischen Ritus‘ zugelassen werden sollten. Obwohl Papst Paul VI sowie Papst Johanns Paul II die Frage nach der Priesterweihe von Frauen verneinten, schwiegen beide Päpste darüber, ob Frauen zum Diakonat zugelassen werden dürften. Die Internationale Theologische Kommission (ITC) unter Führung Kardinal Ratzingers hatte zu dieser Frage mehrere Jahre hindurch geforscht und war zum Schluss gekommen, dass die Zulassung von Frauen zum Diakonat eine offene Frage bleibe. Die erste päpstliche Kommission beendete ihre Arbeit ohne eindeutiges Ergebnis; danach erklärte Papst Franziskus die Zeit sei noch nicht reif und es brauche weitere Forschung. Da einer der Zwecke unseres Zentrums ist, die Theologie des Diakonats zu fördern, trafen wir die Entscheidung, dass das IDZ auch den Dialog und den Unterscheidungsprozess in dieser speziellen Frage des Diakonats der Frau fördern sollte. Viele Entwicklungen haben in diesen zwei Jahren, also nach dem Schreiben dieser Artikel, stattgefunden. Eine zweite päpstliche Kommission wurde gebildet. Ferner öffnete Papst Franziskus die institutionalisierten Dienste von Lektor und Akolyth für Frauen. Dann, im vergangenen Mai, wurde auch der neu gegründete Katechetendienst Frauen zugänglich gemacht. Diese Initiativen von Papst Franziskus könnten sich für die künftige Entwicklung der Frage nach dem Diakonat der Frau als sehr bedeutsam erweisen.
Die vorliegende Ausgabe der DIACONIA CHRISTI besteht aus sechs Beiträgen. Einer davon (Reininger) betrachtet den aktuellen Stand der Dinge in der Frage des Diakonats der Frau; zwei Artikel (Ditewig und Hartmann) sprechen sich dafür, zwei (Bendinelli und Morgan) dagegen aus. Der letzte Artikel (Kobusch) spricht von Frauen, die sich zum Diakonat berufen fühlen. Das IDZ präsentiert diese Beiträge in der Hoffnung, damit etwas zum Dialog und zum Unterscheidungsprozess der Kirche zur Zulassung von Frauen zum Diakonat beizutragen. Mögen wir als Kirche weiterhin um die Führung durch den Heiligen Geiste beten, damit der Diakonat sich fortwährend entwickelt und wächst in der ganzen Welt!
Gnade und Frieden!
Gerald W. DuPont, Präsident des IDZ